Poisson

Goldfisch

Carassius auratus

🇫🇷 Poisson rouge 🇬🇧 Goldfish 🇩🇪 Goldfisch

Geselliger, neugieriger Fisch, aktiv und objektaffinn; kann erkundend zupfen; stressanfällig bei Überbesatz.

Überblick & Kennzahlen

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Vorschriften

Zierfisch, nicht CITES

ℹ️TSchV: Anforderungen an Fische (Mindestvolumen, Wasserqualität; ungeeignete Kugelgläser unzulässig). Aussetzen in Gewässer verboten (VBGIS). Gartenteiche: kantonale Regeln.

Lebenserwartung

von 10 bis 30Jahre

ℹ️Median 12–15 Jahre in Haltung; ausgewählte Linien oder sehr gute Haltung >20–30 Jahre möglich

⚖️
Gewicht (adult)

von 100 bis 3000g

ℹ️Hohe Variabilität je nach Varietät (Common, Komet, Fantail, Oranda), Geschlecht und Körpergröße

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Grösse (adult)

von 15 bis 35cm

ℹ️Standardlänge (SL) gängiger Varietäten im Aquarium; im Teich teils >40 cm Gesamtlänge

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Lebensweise

Tagaktiv, Aktivitätsschwerpunkte morgens/abends

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Geschlechtsreife

von 12 bis 24Monate

ℹ️Abhängig von Wachstum und Saisonalität; häufig 1–2 Jahre unter optimalen Bedingungen

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Inkubation

von 3 bis 7Tage

ℹ️Eierentwicklung bei 20–24 °C (schneller bei 24–26 °C)

🪹
Wurf-/Gelegegrösse

von 500 bis 3000Eier

ℹ️Fruchtbarkeit stark größenabhängig; mehrere Teillaichen möglich

Lebensraum & Umgebung

Art der Unterkunft

Kaltwasseraquarium mit starker Filterung, großem Volumen und hoher Sauerstoffsättigung

Substrat & Einstreu

Feiner, nicht scharfkantiger Sand oder bare-bottom; vermeide verschluckbare, scharfkantige Kiese.

Beleuchtung

Photoperiode : 10–12 Std./Tag

UVB

  • UVB-Bedarf : Nicht erforderlich

Mässige Beleuchtung; Überhitzung durch Leuchten vermeiden.

Auslauf & Bewegung

Großer freier Schwimmraum; Anreicherung durch Strömungsvariationen und Erkundungszonen.

Benötigte Ausstattung

  • Überdimensionierter Filter (5–10x Beckenvolumen/h) mit Bio-Medien
  • Strömungspumpe/Luftausströmer für hohe O2-Sättigung
  • Regelmäßige Wassertests (NH3/NH4, NO2, NO3, pH, KH/GH)
  • Thermometer; passive/aktive Kühlung im Sommer bei >24–25 °C
  • Robuste Pflanzen und weiche Verstecke; gesicherte Abdeckung
  • Mulmsauger für Bodengrundpflege und Wasserwechsel

Technische Parameter

Kühlpunkt 14–18 °C Typische kühle Zone; weitere Toleranz bei hohem O2 und niedriger Stickstofflast.
Umgebungstemperatur 18–22 °C Idealbereich 18–20 °C; dauerhaft >24–25 °C vermeiden.
ph 7.0–8.0 (tolérance 6.8–8.2)
gh 6–16 °dGH (modérément dur)
no2 indétectable (0 mg/L)
no3 <20–40 mg/L (idéalement <20)
nh4 NH3 unionisée indétectable; NH4+ aussi bas que possible
po4 aussi bas que possible; limiter charge organique

Ernährung

Basisfutter

Opportunistischer Allesfresser: spezifisches Goldfisch-Alleinfutter (Pellets oder Gel) als Basis, ergänzt mit Alge/Grünfutter. Maulgerechte Größe, präzise portionieren; Menge in <1–2 Min. fressbar.

🪵 Pellets

🟤 Pellet — Schwimmend oder sinkend; schwimmende Pellets vor der Fütterung anfeuchten, um Aerophagie zu vermeiden

🍴 Sonstiges

🟢 Gelfutter — Hohe Verdaulichkeit; hilfreich bei Tieren mit Verdauungsstörungen

🌿 Pflanzen & Kräuter

🌿 Nori (Alge) — Ungewürzt; kleines Blättchen 1–2×/Woche als Ballaststoff/Abwechslung

🥕 Gemüse & Grünfutter

Ballaststoffzufuhr und Vorbeugung von Obstipation/Schwimmblasenproblemen. Abspülen und 1–2 Min. blanchieren; Scheiben/Blätter mit Clip befestigen und Reste nach 12 Std. entfernen. In kleinen Mengen anbieten, 1–2×/Woche.

🫛 Erbse Gekocht und geschält (ganz angeboten); 1–2 Erbsen/Fisch, besonders bei Auftriebsstörungen
🥒 Zucchini
🥒 Gurke Ohne Schale
🥬 Spinat Zu begrenzen (oxalsäurereich)
🥬 Römersalat Milde Alternative zu Spinat

Fütterungsfrequenz

  • Jungtiere (Wachstum): 2–3 kleine Mahlzeiten/Tag, in <1–2 Min. verzehrt
  • Adulte: 1–2 kleine Mahlzeiten/Tag, in <1–2 Min. verzehrt
  • Fastentag: 1 Tag/Woche zur Vermeidung von Adipositas und Wasserbelastung

Ergänzungen & Pellets

Komplettes Hauptfutter, 30–40 % Eiweiß, 5–10 % Fett, angereichert mit Carotinoiden und stabilisiertem Vitamin C (idealerweise Ascorbyl-2-Phosphat). Maulgerechte Größe wählen.

  • 🟤 Pellet — Spezielle Karauschen-/Goldfisch-Formel

Leckerli

Gelegentlich und in kleinen Mengen zur Bereicherung, ohne die Ration aus dem Gleichgewicht zu bringen. Tiefkühlware auftauen und vor der Fütterung gut abspülen.

🦐 Wasserfloh Auch lebend möglich; fördern die Verdauung; 1–2×/Woche
🪱 Blutwurm Gehaltvoll, auf 1×/Woche begrenzen
🦐 Artemia Carotinoid-Quelle; 1×/Woche

Vitamin C

Vitamin C unentbehrlich; Futtermittel mit stabilisiertem Vitamin C verwenden; trocken lagern und innerhalb von 3 Monaten nach Öffnung aufbrauchen.

Zu vermeiden

Menschliche Nahrungsmittel, Stärkebeilagen und unkontrollierte Beute: Verdauungsrisiken, Nährstoffungleichgewichte und Wasserverschmutzung.

  • 🍞 Brot — Gluten/Stärke ungeeignet
  • 🍝 Nudeln — Stärke nicht an den Fischstoffwechsel angepasst
  • 🥩 Fettes Fleisch — Fettes Fleisch/Wurstwaren; Verfettung
  • 🐁 Lebende Beute — Unkontrollierte Beute (Parasiten/Krankheitserreger); hochwertige Tiefkühlware bevorzugen

Verhalten & Sozialisation

Sozialleben

Sozial: in Gruppen (≥3–5) mit gleich großen Artgenossen halten; keine Vergesellschaftung mit sehr kleinen oder langflossigen Arten.

Aktivitätszyklus: Tagaktiv mit Aktivitätsspitzen morgens und abends; nächtliche Ruhe bei ausgeschaltetem Licht.

Beschäftigung

  • Variierende Strömungen und Erkundungsbereiche
  • Sichere schwimmende/bewegliche Objekte (Ringe, robuste Pflanzen)
  • Portionierte Fütterung und Futtersuchspiele (Scatter Feeding)
  • Sicher durchsuchbarer Bodengrund

Gesundheit & Vorsorge

Vorsorgemedizin

Quarantäne neuer Fische (≥30–45 Tage), Parasitenscreening (Haut-/Kiemenabstrich, Kot wenn möglich), Systemhygiene (Wasserwechsel, Bodengrund absaugen), strikte Überwachung der Wasserwerte (NH3/NH4+, NO2−, NO3−, pH, KH, GH, Temperatur, Sauerstoff), ausgewogene Ernährung (qualitatives Vollfutter, Portionierung), Biosicherheit (beckenbezogenes Equipment).

Impfungen

Keine Routineimpfungen

Chirurgie & Kastration

Exzision von Haut-/Kiemenneoplasien, Schwimmblasenintervention (Punktion/Pexie selektiv), Fremdkörperentfernung, Wunddebridement/-verschluss, Korrektur von Operculumdeformationen; Narkose per Bad (Tricain/MS-222) mit Atemüberwachung.

Klinische Warnsignale

⚠️ Anorexie > 5–7 Tage, Futterdesinteresse
⚠️ Schnelle Atmung, Oberflächenhecheln, abgespreizte Kiemen
⚠️ Abnormales Schwimmen (Auftrieb dorsal/seitlich, Absinken)
⚠️ Scheuern an Objekten, ruckartige Bewegung (Pruritus)
⚠️ Hautläsionen: Ulzera, Blutungen, abstehende Schuppen (Bauchwassersucht)
⚠️ Exophthalmus, Hornhauttrübungen, vermehrter Kiemenschleim/Exsudat
⚠️ Lethargie, Isolation, angeklemmte Flossen

Bei einem dieser Symptome ist eine rasche tierärztliche Versorgung essenziell. Kontaktieren Sie so bald wie möglich eine auf Exoten spezialisierte Tierärztin, die den Zustand Ihres Tieres beurteilen und die geeignete Diagnose stellen kann.

Häufige Erkrankungen

Weißpünktchenkrankheit (Ichthyophthirius multifiliis)

Ursache: Einschleppung ohne Quarantäne, Stress durch Wasserqualität/Temperatur

Symptome: Weiße Punkte auf Haut/Flossen, Pruritus (Flashing), Atemnot bei Kiemenbefall

Vorbeugung: Quarantaine, stabilité thermique, UV stérilisation et bonnes pratiques d’hygiène

Costiose/Trichodinose (Ichthyobodo/Trichodina spp.)

Ursache: Organische Belastung, Überbesatz, Eintrag von Trägertieren

Symptome: Flashing, Hypersekretion von Schleim, Lethargie, gerötete Kiemen, Jungtiersterblichkeit

Vorbeugung: Gestion de la charge organique, quarantaines, entretien régulier

Flavobakteriosen (Flavobacterium columnare/branchiophilum)

Ursache: Warmwasser/hohe Organik, Stress, Überbesatz

Symptome: Sattelförmige Hautläsionen, Flossenfäule, nekrotische Kiemenentzündung, Atemnot

Vorbeugung: Qualité d’eau optimale, réduction du stress, quarantaine

Ulzerative Erkrankung – Aeromonas spp.

Ursache: Opportunisten bei schlechter Wasserqualität; Wunden als Eintrittspforte

Symptome: Hautulzera, Blutungen, Aszites/Bauchwassersucht, Lethargie, Mortalität

Vorbeugung: Gestion de l’ammoniac/nitrites, manipulation douce, quarantaine

Myxobolose der Kiemen (Myxobolus/Cysticola spp.)

Ursache: Parasiten-Umwelt-Wirt-Zyklus in offenen Systemen/Teichen

Symptome: Erschwerte Atmung, blasse/ausgefranste Kiemenlamellen, Kümmern

Vorbeugung: Filtration/UV, limitation des hôtes intermédiaires, biosécurité

Schwimmblasenstörungen (Auftrieb)

Ursache: Schwimmblasenfunktionsstörung, Infektionen, Kompression durch Lipomatose/Tumoren, Aerophagie/ungeeignete Diät

Symptome: Dorsales/seitliches Treiben, fehlende Stabilisierung, ggf. Obstipation

Vorbeugung: Ration adaptée, éviter la suralimentation, qualité d’eau stable, sélection de souches à faible risque (formes moins extrêmes)

Vergiftung/Ammoniak und Nitrit

Ursache: Unvollständige Einfahrphase, Überfütterung, unzureichende Filterung, organische Überlastung

Symptome: Schnappen nach Luft, gerötete/entzündete Kiemen, Lethargie, akute Mortalität

Vorbeugung: Cyclage préalable, tests réguliers, changements d’eau, capacité de filtration adéquate