Reptile

Königspython

Python regius

🇫🇷 Python royal 🇬🇧 Ball python 🇩🇪 Königspython

Unauffällig, durch Exposition gestresst; zwingend dichte Verstecke notwendig

Überblick & Kennzahlen

📜
Vorschriften

CITES Anhang II

ℹ️Haltung/Handel mit rechtmässigem Herkunftsnachweis; Ein-/Ausfuhr mit CITES-Bewilligungen. TSchV: Mindestanforderungen Reptilien (Gehegegrösse, Verstecke, UV/Wärme). Kantonale/kommunale Bewilligungspflichten für grössere Schlangen möglich.

Lebenserwartung

von 20 bis 30Jahre

⚖️
Gewicht (adult)

von 0.7 bis 2kg

ℹ️Männchen 0,7–1,2 kg; Weibchen 1,2–2,0+ kg

📏
Grösse (adult)

von 90 bis 150cm

🌙
Lebensweise

Dämmerungs-, nachtaktiv

🌡️
Körpertemperatur

Ektotherm

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Geschlechtsreife

von 24 bis 36Monate

ℹ️Häufig gewichtsabhängig (♀ >1200 g, ♂ >600–800 g)

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Inkubation

von 55 bis 60Tage

ℹ️Inkubation bei 31–32 °C

🪹
Wurf-/Gelegegrösse

von 4 bis 11Eier

Lebensraum & Umgebung

Art der Unterkunft

Gesichertes, gut belüftetes Landterrarium mit mehreren Verstecken

Substrat & Einstreu

Kokosfaser, harzfreie Rinde, Espen-/Pappelschnitzel; in der Quarantäne saugfähiges Papier

Beleuchtung

Photoperiode : 10–12 Std./Tag

UVB

  • UVB-Bedarf : Nicht zwingend, aber förderlich
  • Lampentyp : UVB-Leuchtstoffröhre mit niedriger Intensität (UVI 0,5–1)
  • Empfohlene Marken : X-ReptileReptile ExpertSolar RaptorArcadia
  • Wechselintervall : Alle 6 Monate (UVB lassen vor dem sichtbaren Licht nach)
  • UVB durchdringen weder Glas noch Plexiglas. Lampe im Terrarium platzieren, unter Schutzgitter. Direkte Sonne hinter einer Scheibe ist wirkungslos und kann gefährliche Überhitzung verursachen.

Auslauf & Bewegung

Nächtliches Erkunden; Bereicherung durch Verstecke und unterschiedliche Texturen

Benötigte Ausstattung

  • Zwei identische Verstecke (warm/kühl)
  • Grosse, stabile Wasserschale
  • Thermostat mit Sensor an der Wärmequelle
  • Mehrere Thermometer/Sensoren + Hygrometer
  • Geschützte Heizmatte/-kabel/-platte
  • Niedrige Äste und künstliches Blattwerk zur Deckung
  • Ausreichende Belüftung

Technische Parameter

Wärmepunkt 31–33 °C Bodentemperatur am warmen Punkt
Kühlpunkt 26–27 °C
Umgebungstemperatur 26–29 °C Stabiles Temperaturgefälle; >34 °C vermeiden
Luftfeuchtigkeit 55–70 % Vor der Häutung auf 65–75 % anheben

Ernährung

Basisfutter

Strikter Fleischfresser; aufgetaute Nager in passender Grösse

🥩 Proteine

🐭 Adulte Maus — Jungtiere/Subadulte
🐀 Rattenbaby — Für Adulte; Beutedurchmesser ≈ maximaler Schlangenkörperumfang

Fütterungsfrequenz

  • Jungtiere: alle 5–7 Tage
  • Subadulte: alle 7–10 Tage
  • Adulte: alle 10–14 Tage
  • Nach der Fütterung: 48–72 Std. nicht handeln

Leckerli

Gelegentlich, um den Appetit bei funktioneller Anorexie zu stimulieren

🐥 Küken Eintagsküken zum Anlocken oder als gelegentlicher Ersatz

Zu vermeiden

  • 🐁 Lebende Beute — Lebendfutter: Biss- und Infektionsrisiko
  • 🐾 Wildgefangene Beute — Parasiten/Erreger

Verhalten & Sozialisation

Sozialleben

Einzelgängerische Art; Vergesellschaftung ausserhalb der Zucht nicht empfohlen

Aktivitätszyklus: Dämmerungs- bis nachtaktiv

Beschäftigung

  • Mehrere, abwechslungsreiche Verstecke
  • Unterschiedliche Texturen/Substrate
  • Niedrige Äste und Blattwerk zur Deckung
  • Regelmässige, stressarme Umgestaltung

Gesundheit & Vorsorge

Vorsorgemedizin

Quarantäne 60–90 Tage für jedes neue Tier; Ektoparasitenkontrolle; regelmässige Gewichtskontrolle; Überwachung von Temperatur/Luftfeuchte; strikte Hygiene (reptiliengeeignete Desinfektionsmittel, bei Bedarf Spülung)

Impfungen

Keine standardisierten Impfungen

Chirurgie & Kastration

Chirurgie vor allem bei Hautläsionen, Umfangsvermehrungen, bei Bedarf Legenot

Klinische Warnsignale

⚠️ Anorexie >6–8 Wochen und/oder Gewichtsverlust >10 %
⚠️ Halboffene Maulatmung, Pfeifgeräusche, Nasenausfluss
⚠️ Dysekdyse/fetzige Häutung, Brillenretention
⚠️ Maulläsionen, käsiges Exsudat, Halitose
⚠️ Ungewöhnliche Lethargie, dauerhaft erhobener Kopf
⚠️ Kloakenschwellung/Eiretention (Weibchen)
⚠️ Hautverbrennungen, Blasen

Bei einem dieser Symptome ist eine rasche tierärztliche Versorgung essenziell. Kontaktieren Sie so bald wie möglich eine auf Exoten spezialisierte Tierärztin, die den Zustand Ihres Tieres beurteilen und die geeignete Diagnose stellen kann.

Häufige Erkrankungen

Funktionelle Anorexie durch Stress/Haltung

Ursache: Ungeeignete Temperatur/Luftfeuchte, Mangel an Verstecken, übermässiges Handling, jahreszeitliche Faktoren

Symptome: Futterverweigerung ohne weitere systemische Anzeichen; Gewicht stabil oder leicht abnehmend

Vorbeugung: Korrektes Temperaturgefälle, dichte Verstecke, Stressreduktion, nächtliche Fütterung

Dysekdyse

Ursache: Niedrige Luftfeuchte, Dehydratation, Ektoparasiten

Symptome: Unvollständige Häutung, Brillenretention

Vorbeugung: RH 55–70 % (vor der Häutung 65–75 %), Bad/Feuchtbox, Parasitenkontrolle

Infektiöse Stomatitis

Ursache: Trauma, mangelnde Hygiene, opportunistische Bakterien

Symptome: Gingivitis, käsiges Exsudat, Mundschmerz, Anorexie

Vorbeugung: Terrarienhygiene, Lebendbeute meiden, Haltungsparameter überwachen

Schlangenpneumonie

Ursache: Opportunistische Bakterien (Pseudomonas, Aeromonas, Proteus, Klebsiella), Mycoplasma; virale Differenzialdiagnosen (Nidovirus, Paramyxovirus)

Symptome: Pfeifgeräusche, halboffenes Maul, erhobener Kopf, Nasenausfluss

Vorbeugung: Stabile Temperaturen, korrekte Belüftung, strikte Quarantäne

Milben (Ophionyssus natricis)

Ursache: Einbringen verseuchter Tiere/Objekte

Symptome: Hautreizung, Juckreiz, sich bewegende schwarze/rote Punkte, leichte Anämie

Vorbeugung: Quarantäne, regelmässige Inspektion, Umweltdesinfektion

Thermische Verbrennungen

Ursache: Nicht thermostatisierte oder ungeschützte Wärmequelle

Symptome: Rötung, Blasen, Hautnekrose

Vorbeugung: Zuverlässiger Thermostat, physische Abschirmung der Heizelemente

Legenot/Follikulitis (Weibchen)

Ursache: Hypokalzämie, Dehydratation, übergrosse Eier, fehlende Nistmöglichkeit

Symptome: Schwanzvolumenzunahme, Anorexie, erfolglose Presswehen

Vorbeugung: Angemessene Körperkondition, Hydratation, geeignete Legebox