Kornnatter
Pantherophis guttatus
Unauffällige, friedliche Schlange; toleriert kurzes Handling; versteckt sich gerne und gräbt leicht.
Überblick & Kennzahlen
Vorschriften
Nicht CITES; nicht domestiziert
ℹ️TSchV: Mindestanforderungen Reptilien (Grösse, Verstecke, ausbruchsicher). Kantonale/gemeindliche Bewilligungen für Schlangen möglich. Aussetzen verboten; Herkunftsnachweis aufbewahren.
Lebenserwartung
von 12 bis 20Jahre
ℹ️Median 15–18 Jahre in Haltung
Gewicht (adult)
von 300 bis 900g
ℹ️Je nach Geschlecht, Linie und Körperkondition
Grösse (adult)
von 80 bis 150cm
ℹ️Gesamtlänge, meist 100–130 cm
Lebensweise
Dämmerungs-, nachtaktiv
Geschlechtsreife
von 18 bis 36Monate
ℹ️Spätere Geschlechtsreife bei Weibchen (≥2 Jahre und ausreichendes Gewicht)
Inkubation
von 55 bis 70Tage
ℹ️Eierbebrütung bei 27–29 °C
Wurf-/Gelegegrösse
von 8 bis 20Eier
ℹ️Typische Gelege von 10–16 Eiern
Lebensraum & Umgebung
Art der Unterkunft
Belüftetes Landterrarium mit Temperaturgefälle und mehreren Verstecken
Substrat & Einstreu
Aspen-Späne, sterile Erde/Sand, saugfähiges Papier; staubige oder aromatische Substrate meiden.
Beleuchtung
Photoperiode : 10–12 Std./Tag
UVB
- UVB-Bedarf : Nicht zwingend, aber förderlich
- Lampentyp : UVB-Leuchtstoffröhre mit niedriger Intensität (UVI 0,5–1)
- Empfohlene Marken : X-ReptileReptile ExpertSolar RaptorArcadia
- Wechselintervall : Alle 6 Monate (UVB lassen vor dem sichtbaren Licht nach)
- UVB durchdringen weder Glas noch Plexiglas. Lampe im Terrarium platzieren, unter Schutzgitter. Direkte Sonne hinter einer Scheibe ist wirkungslos und kann gefährliche Überhitzung verursachen.
Indirektes Tageslicht.
Auslauf & Bewegung
Bereicherte Einrichtung, die zum Erkunden anregt; gelegentliche, gesicherte Ausflüge.
Benötigte Ausstattung
- ✓ Verstecke an warmer und kühler Seite
- ✓ Grosse Wasserschale (Bad möglich)
- ✓ Niedrige Äste/Sonnenplatz
- ✓ Heizmatte/Heizung über Thermostat geregelt
- ✓ Thermometer und Hygrometer
- ✓ Ausreichende Belüftung
Technische Parameter
| Wärmepunkt | 30–32 °C Bodenwarmer Punkt (Oberfläche), Thermostat unerlässlich |
| Kühlpunkt | 22–25 °C Stabile kühle Zone |
| Umgebungstemperatur | 24–28 °C Ideal: horizontales Temperaturgefälle |
| Luftfeuchtigkeit | 40–60 % Feuchte Häutungsbox 70–80 % während der Häutung |
Ernährung
Basisfutter
Strikter Fleischfresser: aufgetaute Futtertierzucht-Nager, Grösse angepasst an den breitesten Körperteil der Schlange.
🥩 Proteine
⏰ Fütterungsfrequenz
- • Jungtiere: 1 Beutetier alle 5–7 Tage
- • Subadulte: alle 7–10 Tage
- • Adulte: alle 10–14 Tage; je nach BCS/Saison anpassen
Leckerli
Gelegentlich und nicht zwingend: Eintagsküken aus Zucht.
Zu vermeiden
- 🐁 Lebende Beute — Keine Lebendfütterung ohne Aufsicht (Bissrisiko)
- 🐀 Wildgefangene Nagetiere — Parasiten-/Erregerrisiko
- 📦 Verarbeitetes Lebensmittel — Verarbeitete Lebensmittel für Menschen (Wurstwaren usw.) verboten
Verhalten & Sozialisation
Sozialleben
Einzelgängerische Art; Vergesellschaftung ausserhalb der Zucht vermeiden.
Aktivitätszyklus: Dämmerungs-/nachtaktiv; tagsüber je nach Umgebung unterschiedlich aktiv.
Beschäftigung
- Mehrere Verstecke unterschiedlicher Textur und Grösse
- Niedrige Äste und Kletterzonen
- Grabbarer Bodengrund
- Wechselnde Strukturen und Gerüche
Gesundheit & Vorsorge
Vorsorgemedizin
Quarantäne neuer Tiere (≥60 Tage), Parasitenscreening (Kotuntersuchung, Abstrich), Terrarienhygiene, strikte Überwachung von Temperaturgefälle und Luftfeuchte, Gewichtsmanagement.
Impfungen
Keine Routineimpfungen
Chirurgie & Kastration
Ovariosalpingektomie bei Legenot/Follikulitis, Entfernung von Fremdkörpern, Abszessdrainage, Stomatotomie bei schwerer Stomatitis.
Klinische Warnsignale
Bei einem dieser Symptome ist eine rasche tierärztliche Versorgung essenziell. Kontaktieren Sie so bald wie möglich eine auf Exoten spezialisierte Tierärztin, die den Zustand Ihres Tieres beurteilen und die geeignete Diagnose stellen kann.
Häufige Erkrankungen
Bakterielle Atemwegsinfektionen
Ursache: Chronische Unterkühlung, ungeeignete Luftfeuchte, opportunistische Erreger (Pseudomonas, Aeromonas usw.)
Symptome: Nasenausfluss, Pfeifgeräusche, Maulatmung, Lethargie
Vorbeugung: Korrektes Temperaturgefälle, Hygiene, Quarantäne und Screening neuer Tiere
Stomatitis (Maulfäule)
Ursache: Maultraumata, mangelnde Hygiene, Immunsuppression, opportunistische Bakterien
Symptome: Zahnfleischrötung, käsiges Exsudat, Mundschmerz, Anorexie
Vorbeugung: Hygiene, Kontrolle der Haltungsparameter, rasche Wundversorgung
Dysekdyse und Brillenretention
Ursache: Ungeeignete Luftfeuchte, Dehydratation, Ektoparasiten, Mängel in der Haltung
Symptome: Unvollständige Häutung, verbleibende Ringe, anhaltende Augentrübung
Vorbeugung: Angemessene Luftfeuchte, Feuchtbox während der Häutung, gelegentliches Bad
Endoparasitosen (Nematoden, Kokzidien, Cryptosporidium spp.)
Ursache: Verseuchte Beute/Tiere, fehlende Quarantäne
Symptome: Abmagerung, Durchfall, Regurgitieren, Appetitminderung
Vorbeugung: Strenge Quarantäne, regelmässige Kotuntersuchungen, Hygiene des Fütterungszubehörs
Reptilienmilben (Ophionyssus natricis)
Ursache: Einbringen infestierter Tiere/Materialien
Symptome: Juckreiz, Unruhe, Hautläsionen, Anämie, Dysekdyse
Vorbeugung: Quarantäne, systematische Inspektion, Umweltbehandlung
Verstopfung/Obstipation und Regurgitieren
Ursache: Zu niedrige Temperaturen, zu grosse Beute, Handling nach der Fütterung, Dehydratation
Symptome: Anhaltend ausbleibender Kotabsatz, aufgeblähter Bauch, postprandiales Erbrechen/Regurgitieren
Vorbeugung: Passende Beutegrösse, Ruhe nach der Fütterung, optimale Temperatur, gute Hydratation
Schlüsselindikator für die Mineralbilanz eines Futtermittels, besonders bei Reptilien (Schildkröten, Echsen): ein calciumbetontes Verhältnis stützt Knochen und Panzer und beugt metabolischer Knochenkrankheit vor. Bei pflanzenfressenden Säugetieren wird die Mineralbilanz anders geregelt (Heu, Ergänzungen, UV-Licht) — diese Richtwerte gelten dort nicht 1:1.
Bei Insekten (Grillen, Schaben…) kann ein Calciumpulver bei der Fütterung ein ungünstiges Verhältnis ausgleichen.
- ≥ 2 — Angemessenes Gleichgewicht
- 1–2 — Mit Mass
- < 1 — Vermeiden / nur gelegentlich
Dieses Futter überschreitet die Schwelle von 50 000 IE/kg Trockensubstanz und gilt damit als gute Vitamin-A-Quelle.
Gehalt : — IE/kg TS
Essenziell für Schleimhäute, Haut, Gefieder und Sehkraft. Mangel: Atemwegsinfekte, Häutungsprobleme, Augenleiden, Legerückgang.